Ein Vogel in den Lüften – zwischen Wald und Wolken

Wäre man an jenem Abend wie auf Adlerflügeln durch die Lüfte geglitten, man hätte die Sonne hinter den grauen Bergen im Westen versinken sehen; man hätte eine kleine Gruppe von Walfischen bemerkt, die in den schwindenden Strahlen der Abendsonne in einer felsigen Bucht spielerisch ihre Luftsprünge vollbrachten. Im Wald aber, der sich wenige Meilen nordöstlich der Bucht über ein weites Gebiet gen Norden erstreckte, wäre es beinah schon dunkel gewesen. Ein spärlicher Rest schwindenden Tageslichts drang noch durch das Geäst der alten Eichen, die bereits mehrere Menschenleben überdauert hatten. Der Wald hatte schon Generationen von Eichbäumen erlebt, die der Reihe nach alt und morsch geworden waren. Sie waren verfallen, zu Erde geworden und hatten den Wald der Obhut jüngerer Bäume, deren mächtige Kronen man an diesem Abend von hoch oben aus den Lüften sehen konnte, überlassen. Doch das Waldesinnere lag nun im Dunkel. Die Tagesgeschöpfe hatten sich zur Ruhe gelegt und die Tiere der Nacht fühlten ihre Zeit gekommen. Nur dort, etwas weiter nördlich hätte man mit scharfen Augen einen kleinen Lichtfleck zwischen den Bäumen ausmachen können. Mitten im Herzen des Waldes – weitab von dort, wo die Straßen und Wege der Menschen verliefen. Dorthin, wo man diesen Lichtfleck ausmachen konnte, verirrte sich normalerweise keine Menschenseele; weder Tier noch Baum, denen kein Geschehnis im Wald verborgen blieb, wussten davon zu berichten. Woher aber stammte dieser Lichtfleck im tiefsten Wald?P1050782

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