Worte-Weben

Wie ein Wolfsjunges
tapps‘ ich tappsig auf und ab,
an dem Ort, wo du gestern noch warst,
wo dein Geruch noch in den Zweigen hängt,
wo vielleicht noch eine Spur von dir im Moos
oder eine Faser deines Kleids an einem Dornzweig weht.

Es gibt noch so Vieles zu sagen,
und ich hab das gestern nicht erkannt,
so viele Dinge, dich zu fragen,
ich bin den ganzen Weg gerannt,
um noch einmal hier zu sein und zu sehen,
ob du noch hier
bist, oder auch nur eine Spur von dir.

Ich weiß nicht, ob du mich jetzt hörst
oder dich an meinem Hiersein störst –
ich war einfach viel zu schüchtern,
viel zu zahm und viel zu nüchtern,
hab den Rausch in meinem Blute unterdrückt
und aus der Not den Tintenstift gezückt,
um dir zu sagen, dass ich liebe
wie du bist
und gern an deiner Seite bliebe,
ich habe dich, so lange schon,
vermisst.

Jetzt bin ich hier
und stapfe Worte in den Wald,
noch immer keine Spur von dir,
langsam wird’s dunkel – und mir kalt.
Ich hab jetzt alles hergegeben,
was an Sehnsucht in mir war,
mir blieb nur dieses Worte-Weben,
um dir zu sagen: Ich bin da.

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2 Kommentare zu „Worte-Weben

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